Zur 29. Ergänzungslieferung, April 2010
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Erzeugung von Biomasse als Primärenergieträger steigt stetig an. Wie die jüngste
Entwicklung gezeigt hat, entsteht aber damit eine Konkurrenzsituation zwischen der
Produktion von Nahrungsmitteln und Energieträgern. Lesen Sie in unserem Beitrag
Energiewirtschaft des ländlichen Raumes von Professor Wolfgang Fratzscher, welche
Vor- und Nachteile die energetische Nutzung der Biomasse mit sich bringt.
Lesen Sie im zweiten Teil unseres Beitrages Mensch-Maschine-Schnittstelle, wie sie
sich im engeren Sinne gestaltet. Professor Peter F. Elzer der TU Clausthal erläutert
umfassend Ein- und Ausgabegeräte sowie Beratungssysteme.
Mit Einführung der Anreizregulierung, die auf die Reduzierung der Netzentgelte abzielt,
werden Netzbetreiber gezwungen, die Effizienz ihrer Netze zu erhöhen und damit die Netz-
kosten zu senken. Im Beitrag Mittelspannungsnetzkosten und Versorgungszuverlässigkeit
erläutert Ulrich vom Felde Verfahren, mit denen eine analytische Abschätzung des Zusammenhangs zwischen Kosten und Versorgungszuverlässigkeit von Mittelspannungs-
netzen erfolgen kann.
Wir hoffen bei der Lektüre der Beiträge auf einen Informationsgewinn und
sind wie immer offen für Ihre Anregungen.
Dr.-Ing. Jörg Buddenberg
EWE AG
Abteilung Energie- und Umwelttechnik
Zum Stadtpark 2
26655 Westerstede
Geleitwort des BDEW zum Handbuch Energiemanagement
Zehn Jahre nach der Liberalisierung der Energiemärkte ist die deutsche Energiewirtschaft erneut einem dramatischen Wandel unterworfen. Bewährte Geschäftsmodelle müssen aufgegeben werden. Gewachsene Organisationen werden aufgebrochen. Neue Unternehmensstrukturen müssen gefunden werden. Anreizregulierung, Dezentralisierung, Integration sind drei Begriffe, die die Spannweite des Strukturwandels beschreiben.
Für die Unternehmen der Energiewirtschaft sind damit große Herausforderungen verbunden und ihre Mitarbeiter müssen sich innerhalb kurzer Zeit auf die neuen Anforderungen einstellen, die vom Markt und von der Politik auf sie zukommen. Betriebsabläufe müssen so umgestaltet werden, dass sie den zahlreichen neuen gesetzlichen Regelungen entsprechen. Und Geschäftsführer und Unternehmensleitungen müssen sich immer mehr mit Themen beschäftigen, die bislang nicht zum täglichen Repertoire gehörten.
Mit den Erneuerbaren Energien ist ein neuer Spieler auf dem energiewirtschaftlichen Feld aufgetaucht. So neu ist er eigentlich nicht, denn schon immer haben die deutschen Energieunternehmen auch auf regenerative Energiequellen zurückgegriffen. Doch der politisch gewollte massive Ausbau stellt die etablierten Energieträger vor neue Probleme. Die forcierte Integration von Wind- und Sonnenenergie in die vorhandenen Strukturen bedeutet für die Energieunternehmen neue Herausforderungen. Nicht immer hält der Gesetzgeber mit dem, was die Politik will, konkret Schritt. Oft genug werden die Unternehmen bei der Umsetzung des politisch Gewollten in die betriebliche Praxis gebremst durch unklare oder fehlende Vorschriften. Der vorhandene Rechtsrahmen ist in Deutschland in vielen Punkten nicht mit dem konsistent, was die Politik von den Unternehmen fordert.
Das „Handbuch Energiemanagement“ gibt Hilfestellungen bei der Umsetzung der rechtlichen und technischen Anforderungen in die betriebliche Praxis. Es orientiert sich an den Bedürfnissen des Energiemanagers vor Ort. Fachleute aus Energiewissenschaft, Energierecht, Energiewirtschaft und Energieforschung erläutern wirtschaftliche, rechtliche und technische Hintergründe und helfen so dem Energiemanager, die vielfältigen Anforderungen, mit denen er bei seiner täglichen Arbeit konfrontiert ist, zu bewältigen. Das breite Themenspektrum des Handbuchs macht es für jeden Verantwortlichen in der Energiewirtschaft zu einem unverzichtbaren Nachschlagewerk.
Konzipiert als Loseblattsammlung, kann das Handbuch ständig auf den neuesten Stand gebracht werden. Die neue Rechtsprechung kann ebenso schnell eingearbeitet werden wie neue gesetzliche Vorschriften. Neueste Innovationen auf technischem Gebiet können ebenso schnell berücksichtigt werden wie neue energiepolitische Positionspapiere von Parteien und europäischen Behörden. Das „Handbuch Energiemanagement“ ist nicht nur unverzichtbares Arbeitsmittel für Verantwortliche in der Energiewirtschaft. Wegen seines umfangreichen Faktenteils und seiner umfassenden Darstellung aller energiewirtschaftlichen, energietechnischen und energierechtlichen Fragen kann es auch in Behörden, kommunalen Verwaltungen, Forschungseinrichtungen ein wertvolles Hilfsinstrument für die tägliche Praxis sein.
Hildegard Müller
Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung
und Mitglied des Präsidiums
BDEW Bundesverband der
Energie- und Wasserwirtschaft e.V.